Trainingswohnung

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Unser Wohntrainingsprojekt vom 12.- 22. März 2013
Am Dienstag sind wir um 9.00 Uhr in die angemietete Ferienwohnung in der Klenzestraße eingezogen. Als erstes haben wir uns gemeinsam die ganze Wohnung angeschaut. Danach haben wir besprochen wer wo schlafen möchte. Die Wohnung hatte 2 Zimmer, Küche und Bad und 6 Betten. 2 Betten standen im Schlafzimmer und im Wohnzimmer gab es noch eine Schlafcouch, welche wir ausziehen konnten. Ein großes Bett stand auch noch im Wohnzimmer. Ferhat hat dann sein Bett im Schlafzimmer bezogen, Andreas hat das große Bett im Wohnzimmer bezogen. Danach haben wir unsere Sachen in den Schrank eingeräumt. Als alles fertig war sind wir zusammen in die Stadt gegangen und haben gebummelt. Die Straßenbahnhaltestelle Koboldstraße war nur 5 Minuten zu Fuß entfernt.
In der Wohnung haben wir einen Einkaufszettel geschrieben. Wir mussten genau überlegen was wir zum Frühstück essen wollten und was wir abends kochen wollten. Im Rewemarkt wussten wir nicht mehr alles, was wir einkauften wollten. Herr Failing hat uns dann geholfen. Unsere Lebensmittel haben wir dann in der Wohnung eingeräumt. Vorher hatten wir bei Frau Schmidt im Unterricht gelernt, welche Lebensmittel wo gelagert werden können. Im Unterricht haben wir auch den Haushaltsführerschein gemacht, das war ganz schön schwer, hat uns aber in der Wohnung viel geholfen. Wir haben gelernt wie die Wäsche sortiert und gewaschen wird, welches Putzmittel für welchen Boden wichtig ist und wie man ordentlich putzt.
Abends haben wir dann alleine Nudelsalat mit Würstchen gemacht. Herr Failing hat zugeschaut, das wollten wir alleine machen. Nach dem Abendessen haben wir noch abgewaschen und dann Fernsehen geschaut.
Damit wir morgens früh aufstehen konnten, haben wir uns einen Wecker gestellt.
Am anderen Morgen waren wir pünktlich um 8.15 Uhr in der Schule. Vorher hatten wir uns ein Brot geschmiert und zusammen gefrühstückt. Herr Failing hat uns sehr gelobt. Nach der Schule waren wir einmal Bowling spielen, einmal schwimmen und einmal abends im Kino. Insgesamt waren wir 11 Tage in 2 Schülergruppen in der Wohnung. Herr Failing hat uns täglich besucht und nachgeschaut ob alles klappt. Das Wohnprojekt war sehr gut, wir möchten dies gerne nochmal machen, dann aber noch länger. Ganz herzlich haben wir uns auch bei der Share Value Stiftung aus Frankfurt bedankt, die haben uns in der Wohnung besucht. Ohne die Stiftung hätten wir das Wohnprojekt nicht machen können.
Text von Ferhat, Andreas, Martin, Francesco und Hamza.

 

 

 

Eine eigene Trainingswohnung

Seit dem Frühjahr 2016 steht der August-Fricke-Schule eine Trainingswohnung zur
Verfügung. Sie liegt im Stadtteil Forstfeld in fußläufiger Entfernung zum Standort Lindenberg.
Die Wohnung ist ca. 70 qm groß und verfügt über ein geräumiges Wohnzimmer, ein
Schlafzimmer mit zwei Schlafplätzen, ein Bad und eine Küche. Die Stadt Kassel überlässt unserer Schule die Wohnung für Wohntrainingsprojekte. Das heißt: unsere älteren Schülerinnen und Schüler nutzen die Wohnung, um in einem realistischen Rahmen für ein Leben nach der Schule außerhalb des Elternhauses. Sie lernen, die Räume und das Inventar zu säubern und zu pflegen, Mahlzeiten zu planen, dafür einzukaufen und das Essen zuzubereiten. Dazu kommen viele weitere Tätigkeiten, die im späteren Wohnalltag vorkommen und die gelernt und geübt werden müssen, wie Betten beziehen, die Spülmaschine bedienen, Fenster putzen, usw. All diese Dinge lernen die Schülerinnen und Schüler, wenn sie den Unterricht aus dem Klassenraum in die Trainingswohnung verlegen.
Dazu kommen dann noch weitere Übungsinhalte, wenn jeweils zwei Schüler oder zwei Schülerinnen für mehrere Tage in die Trainingswohnung ziehen. Dann geht es neben allen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten z.B. auch darum, mit seinem Mitbewohner gut auszukommen, freie Zeiten zu gestalten und zu erleben, wie es ist, die Eltern nicht in unmittelbarer Nähe zu haben. Die Schüler müssen rechtzeitig ins Bett gehen, und sich den
Wecker stellen, um morgens pünktlich in der Schule oder am Praktikumsplatz zu sein.
So gilt es kleine oder größere Schritt zum Erwachsen werden und zum selbstständigen Leben zu bewältigen. Die Lehrkräfte begleiten diese Prozesse zunächst noch relativ dicht, dann aus immer größerer Entfernung, um den Schülern die notwendigen Freiräume zu geben, gleichzeitig aber auch in ausreichendem Maß die Aufsichtspflicht zu gewährleisten.
Nach einem durchgeführten Wohntraining bewerten dies die meisten Schülerinnen und Schüler positiv und haben neue Perspektiven für ihr zukünftiges Leben gewonnen. Oft wird auch der Wunsch formuliert, das Wohntraining zu verlängern.
Uns Lehrkräften zeigt dieses Training neue Facetten unserer Schülerinnen und Schüler und richtet unseren Fokus auf andere Förderziele, die im täglichen Unterricht sonst nicht deutlich werden.