Auszeitraum /Streitschlichterraum

Seit Oktober 2009 gibt es den Auszeitraum am Standort Adolfstraße, einen kleineren Raum direkt neben dem Eingangsbereich der Schule. Dieser Raum dient vorrangig dazu, Streitereien unter den Schülern möglichst zeitnah in ungestörtem Rahmen zu schlichten.

Bei der Schlichtung wird nach dem Mediationsprinzip der Friedenstreppe vorgegangen. Die entsprechenden Materialien liegen stets bereit, ebenso ist der Vorgang der Schlichtung optisch an der Wand angebracht und ein Gebärdenordner für nicht oder wenig sprechende Schüler liegt bereit.

Während der Mittagspausen wird der Raum durch die Schulsozialarbeiterin betreut, während der anderen Zeiten liegt der Schlichtungsprozess in der  Hand der jeweiligen Lehrkraft, es sei denn diese zieht die Schulsozialarbeiterin zu Rate. In solchen Fällen wird ein möglichst zeitnaher Schlichtungstermin vereinbart.
Während der Schlichtung wird ein Protokoll angefertigt, welches zum einen im Ordner des Auszeitraumes aufbewahrt wird und zum anderen als Kopie in die Klassen der beiden Streitparteien gegeben wird. Nach einigen Tagen werden die beiden Streitparteien noch einmal darauf angesprochen, ob man sich an die Vereinbarung gehalten hat oder ob ein weiteres Gespräch notwendig ist.

 

Auch am Standort Lindenberg gibt es seit dem September 2010 einen Streitschlichterraum, in dem nach ähnlichem Prinzip gearbeitet wird. Dieser wird maßgeblich von einer Lehrkraft, unterstützt durch die Schulsozialarbeiterin, betreut.

 

 

 Kooperation mit außerschulischen Institutionen

 

„Runder Tisch Herausforderndes Verhalten“ der PB-Schulen in Nordhessen


Seit 2009 gibt es den „Runden Tisch Herausforderndes Verhalten“ der Schulen für praktisch Bildbare in Nordhessen in Eigeninitiative der teilnehmenden Schulen. Die August-Fricke-Schule nimmt vertreten durch die Schulsozialarbeiterin  und je nach Themenschwerpunkt wechselnden weiteren Lehrkräften seit Beginn des „Runden Tisches“ daran teil und hat diesen auch bereits ausgerichtet. Schwerpunkte sind jeweils der Austausch zum Stand der Problematik „Herausforderndes Verhalten“ an den Schulen und den entsprechenden durchgeführten Programmen. Ein Austausch erfolgte z.B. über die Themenschwerpunkte Friedenstreppe, Auszeitraum, ETEP, Ausbildung von Schülern als Streitschlichter und der „Kollegialen Fallberatung“.


„Netzwerk gegen Gewalt an Kasseler Grund- und Förderschulen“


Seit 2008 findet ein vom „Netzwerk gegen Gewalt“ organisierter Austausch von Kasseler Grund- und Förderschulen zum Thema „Umgang mit schwierigen Schülern“ statt. Auch an diesem nimmt die August-Fricke-Schule regelmäßig teil, meist vertreten durch die Schulsozialarbeiterin oder einen Lehrer der Arbeitsgruppe „Gewaltprävention“. Es gibt jeweils einen Schwerpunkt aus der Arbeit der Schulen, über den die jeweilige Schule berichtet und über den man danach ins Gespräch kommt, wie z.B. das „Stopp-Programm“, Faustlos, die Friedenstreppe, der Auszeitraum, die Lerninsel oder Elternarbeit.

 

Polizei – „Cool sein – cool bleiben“


Die Schulsozialarbeiterin hat an einer Fortbildung der Polizei Hessen als Trainerin des Präventionsprogrammes „Cool sein – cool bleiben“ teilgenommen  und hierbei den Kontakt zur Polizei hergestellt. Daraufhin ist es zu einer Kooperation mit dem Polizisten Herrn Bültemann  gekommen und gemeinsam mit diesem wurde das Training dahingehend modifiziert, dass mehr praktische Übungen eingebaut wurden. Der Umfang des Trainings wurde von einem auf zwei Tage erweitert. Daraufhin fand im Schuljahr 2009/2010 ein Durchgang des Trainings am Standort Lindenberg statt, wobei immer 2 Klassen gemeinsam an zwei aufeinanderfolgenden Mittwochen ein 4-stündiges Training bekamen. Ziele dieses Trainings waren das Erkennen von Gefahrensituationen und das Vermeiden dieser.

 

Polizei – Zusammenarbeit mit dem Migrationsbeauftragten


Seit dem zweiten Schulhalbjahr 2010/11 kommt ca. 2-3 mal im Jahr der Migrationsbeauftragte der Kasseler Polizei, Herr  Tunalioglu zu einer Gesprächsrunde in die Schule. An dieser Runde nehmen in etwa 14 jugendliche Schüler der Haupt- und Werkstufe im Alter von 14-18 Jahren teil. Inhalte der Gespräche sind u.a. ein respektvoller Umgang miteinander, der Umgang mit dem anderen Geschlecht und vor allem der Umgang mit Gewalt vorrangig in Bezug auf das Gefühl der Ehr-Verletzung. An diesen Gesprächen nehmen neben Herrn Tunalioglu  noch ein Lehrer im Vorbereitungsdienst und die Schulsozialarbeiterin teil.

 

Respekt e.V.
Anti-Aggressions-Training/Coolness-Training


Finanziert durch die Unterstützung der „Städtischen Werke Kassel“ fand im Schuljahr 2010/2011 ebenfalls das erste Mal ein Coolness-Training für Jungen statt. Teilgenommen haben daran 12 Schüler der Haupt- und Werkstufe im Alter von 13-18 Jahren. Das Training wurde durchgeführt von zwei Trainerinnen des Kasseler Vereins „Respekt e.V.“, begleitet von der Schulsozialarbeiterin, und umfasste 5 Einheiten von jeweils 90 Minuten. Inhalte des Trainings waren gegenseitige Toleranz, angemessene Rückmeldung geben, Kooperationsübungen und Übungen zur Wahrung der Distanz.                                              

Friedensbrücke

Die Friedensbrücke dient der Streitschlichtung. Das mehrstufige Modell der Konfliktlösung kann anhand der Treppe zwischen den Schülern veranschaulicht werden. Ziel ist dabei, dass sich die Streitschüler gegenseitig respektvoll verhalten und zusammen eine längerfristige Lösung für den Streit finden.